…unter diesem Motto startete ich Freitag nach der Arbeit wieder Richtung Deutschland – diesmal nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie zur MSR (das war sehr entspannt im Nachtbus!) sondern mit einem Leihwagen des Opel-Zentrum Linser in Innsbruck – vielen Dank für diese tolle Möglichkeit, denn es war doch einiges Material zu transportieren und nach Bimbach ist die Verbindung etwas schlechter als nach Neubrandenburg. Fernpass, Reutte, Füssen und noch beim Radcenter Heiss in Memmingen einige neue Teile abgeholt, mit den Mitarbeitern und Junior & Senior Heiss einige Worte gewechselt und dann weiter Richtung Norden. Immer dichter wurde der Verkehr – nach Ulm dann einige Baustellen aber insgesamt Glück gehabt und dem Freitag-Nachmittag Verkehr halbswegs entgangen auf der A7.

Nachdem es für Abendessen im Quartier schon zu spät war, entscheid ich mich für einen Altstadtbummel in Fulda – eine fabelhafte Idee denn die Altstadt mit einer Mischung aus alten Fachwerkshäusern, Barock, Gotik und modernsten Gebäuden dazwischen war jede Minute wert! Mit dem Rad noch zum Schloss, dem Dom und durch die großzügigen Grünflächen rund um die Stadt, bevor es wirklich dunkel wurde. Besonders einladend auch die zahlreichen Restaurants in den Gassen, die brechend voll besetzt waren und nach einer leckeren Eiskugel dann weiter nach Bimbach und dort erstmal das Areal begutachtet, noch eine Runde durchs Dorf gelaufen, bevor es in die Unterkunft und ins Bett ging.

Am Samstag dann ganz entspannt zum Start der RTF, Nummer holen, mit OK-Chef Florian und seinem Team bestens unterhalten und von vielen bekannten Radfahrern überrascht gegrüßt, wie ich mich denn nach Bimbach verirrt hätte! Ganz einfach: nachdem ich schon lange immer wieder zu hören bekam wie toll dieses Event sei, brauchte Florian Auth nicht mehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten, als er mich 2016 beim Highlander in die Rhön einlud, um mir ein Bild zu machen und über eine Zusammenarbeit nachzudenken. Also gesagt getan – gleich das Event auf den Jahreskalender gesetzt und war auch im Handumdrehen ausgebucht – ein Treffer ins Schwarze sozusagen und wie sich herausstellte wirklich ein traumhafter Event – für mich die Benchmark im deutschen Marathonkalender – abgesehen von den großen Stadtrennen, die von großen Agenturen aufgezogen sind – nicht von einem rührigen Dorfverein wie dem RSC Bimbach.

Pünktlich um 9:00 Uhr Starte ich dann nach kurzen Live-Interview mit meiner Gruppe auf die 156km Streck der RTF – wie immer in Bimbach mit der Option, sich unterwegs für eine kürzere Strecke zu entscheiden. Bei strahlendem Sonnenschein rollen wir ganz entspannt dahin, die Strecke war perfekt ausgeschildert und wir holten immer mehr Leute ein, die sich teilweise anschlossen und mitrollten. So ging es von einem Kontrollpunkt zum nächsten, immer mit super Verpflegung für eine RTF mit 10€ Startgeld ein Wahnsinn! An jeder Labe sprachen mich unzählige Leute an – ich musste mich fast aus den Gesprächen losreißen, um mit meinen wartenden Begleitern wieder in Bewegung zu setzen! Ein Erlebnis, denn normalweise herrscht ja an den Laben das reine Chaos und jeder hat es eilig – hier läuft alles entspannt und in der Organisation und Logistik perfekt ab! Man merkt halt die Jahrzehntelange Erfahrung der Helfer – es war schließlich die 28. Austragung des Bimbach-Wochenendes!

Herrliche Landschaft, blauer Himmel, etwas Wind (meist von hinten), beste Unterhaltung und sehr gute Straßen machten uns die Fahrt zum Genuss! Erst gegen Ende kamen langsam Wolken auf und genau an der letzten Labestation streifte uns ein kurzer Schauer, nach dem wir fast trocken das Ziel erreichten. Somit war schon mal fast die Hälfte geschaftt und ein mehr als positiver Eindruck der Region machte die Vorfreude auf dem Marathon am Sonntag riesengroß! Inzwischen waren fast alle Teilnehmer da und nach kurzem Aufenthalt auf dem Festgelände trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen, zum dem sich auch einige neue Gesichter gesellten, über die wir uns sehr freuten! Ein gemütlicher Abend war es dort auf der Terrasse des Biergartens, den die Bimbach-Routiniers noch etwas länger genießen konnten, denn ein Teil von uns besuchte dann noch die charmante Streckenpräsentation im Zelt in Bimbach.

Fast unglaublich, aber von Regen am Morgen war da die Rede – also gut, „lassen wir uns mal überraschen wie es morgen ist“ dachte ich mir. In der Unterkunft trafen wir die letzten Startvorkehrungen und ließen den Abend noch gemütlich ausklingen. Früh morgens klingelte dann der Wecker und der erste Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes: Es prasselte herunter, was nur ging, der Asphalt voller Pfützen, auf den Straßen Rinnsale und die Kanaldeckel zum Teil schon verstopft… „Na bravo“… Also zum Frühstück, das eigentlich viel zu gut war, um sich nur 15 Minuten lang darüber her zu machen dann und mit dem Auto ab zum Start. Unterwegs dasselbe Bild… Regen, Regen, Regen und schon die ersten „Frühstarter“ kamen uns entgegen – kaum zu erkennen im dichten Regen mit ihren großteils dunklen Klamotten und Regenjacken. Kurzer Wettercheck am Handy – „bis mind. 10:00 Uhr Starkregen, erst dann Besserung und Nachmittags Chance auf Sonnenschein“ stand da zu lesen.

Ich sah meine Euphorie und Vorfreue sprichwörtlich den Bach hinunter gehen… Ich jedenfalls zog den Schwanz ein und verzichtet auf einen Start – zu groß war die Vorfreude auf einen gemütlichen Feiertag zuhause – statt sich hier noch eine Erkältung oder Krankheit einzufangen. Also schweren Herzens das Auto gestartet und die Heimreise angetreten, bei Scheibenwischerstufe 2-3 bis Ulm, dann kurzes Regenfester und am Fernpass wieder nur Regen, Stau und Unfälle… 8 Stunden Autofahrt – wie wäre das ausgegangen, wenn ich die ganze Strecke im Regen gefahren wäre und dann erst nach Hause? Zuhause dann ran an den PC, die vielen liegen gebliebenen Dinge erledigen, die sich in den letzten Wochen so angestaut hatten. Abends dann das übliche Wochenfeedback für meine Sportler, was mittlerweise auch schon mehrere Stunden in Anspruch nimmt und sehr wichtig für die regelmäßige Kommunikation mit meinen Sportlern ist.

Die Bilder der sonnigen Zielankunft taten mir natürlich weh, aber wer weiß, wofür es gut war, dachte ich. Umso mehr freute ich mich für diejenigen, die sich früh morgens trotzdem aufs Rad gesetzt hatten und ab 10:00 Uhr mit Sonnenschein belohnt wurden. Auch von meinen betreuten Sportlern waren einige dabei, die sich nicht abschrecken ließen und teilweise sogar noch die lange Extrem Strecke bewältigten! Hut ab!! Man sieht wirklich, dass die Motivation stimmt und auch die Form der Teilnehmer schon richtig gut ist – schließlich sind es jetzt noch 3 Wochen bis Nauders bzw. zur Transalp, was für viele das erste Große Saisonhighlight darstellt. Bimbach war dafür nach der MSR der letzte Formtest, den alle bravorös gemeistert haben und jetzt in den letzten Feinschliff starten. Die Grundlage ist bestens trainiert – jetzt heißt es den Motor warm zu halten und mit gezielten Intervallen an der Bergform zu feilen bevor es in die Taperingphase für das erste große Highlight geht!

Ohne noch über weitere Details gesprochen zu haben, ist der Rhön Marathon für nächstes Jahr auf jeden Fall wieder ein Fixpunkt im Kalender! Diesmal 2 Wochen früher bildet er weider eine perfekt Kombination mit der MSR und so wird der Rhön Marathon das offizielle Marathon Kick-Off in 2018 für uns sein. Die kurze Woche in der Ferienzeit eröffnet auch die Möglichkeit für eine Trainingswoche in der Rhön und der Mecklenburger Seenplatte. Das Programm dazu werde ich zeitnah ausarbeiten und dann auf der Homepage bekanntgeben. Jedenfalls freue ich mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den rührigen Bimbachern und auf die schon bald anstehenden Radreisen in den Dolomiten und Alpen bei denen wir die weitere Zusammenarbeit besprechen werden und dann in die Planung gehen.

Also dann, allen Hartgesottenen Rhön-Marathon Finishern noch einen erholsamen Pfingstmontag und wir sehen uns 2018 bestimmt wieder, denn an Pfingsten fährt man nach Bimbach!

Euer Coach, Stefan