Das verlängerte Wochenende um Christi Himmelfahrt bot sich heuer perfekt an, ein paar herrliche Radtage auf der Mecklenburger Seenplatte einzuschieben. So reisten die meisten schon am Donnerstag oder Freitag nach Neubrandenburg an – seit jeher der Startort der Mecklenburger Seenrunde mit einer tollen Location direkt am Tollensesee in Ufernähe.

Nach einer schönen Tour zum einrollen, stieg dann ab Freitag Nachmittag die Spannung! Am Festgelände trubelten sich immer mehr Radsportler, die Nummern wurden abgeholt, die Stände der Aussteller begutachtet und die Interviews und Showeinlagen auf der Bühne ließen die Zeit bis zum Start der Seenrunde um 20:00 Uhr Abends wie im Fluge vergehen. Nach dem Vorbild der Vätternrundan ist nämlich eine Nachtfahrt für gemütliche Tourenradler möglich, die dann unterwegs nächtigen und am Samstag – dem Haupttag der Veranstaltung dann die 300 Kilometer zu vervollständigen. Der Großteil der 3000 Starter geht aber Samstag früh auf die Strecke.

Als Botschafter und offizieller Coach war natürlich auch für mich und meine Begleiter das Rahmenprogramm ein Pflichttermin und so verfolgten wir das Kinderrennen, erlebten einen Liveeinstieg des NDR, waren Teil der Teampräsentation und schickten die mutigen Touren- und Klapprad-Fahrer ab 20:00 Uhr auf die 300km Strecke. Den Abend ließen wir dann noch gemütlich in einer sehr schicken Pizzeria mitten im Zentrum von Neubrandenburg ausklingen uns stimmten noch letzte Details zur Seenrunde ab.

Früh morgens ging es dann für uns aus den Federn, denn bereits ab 4:30 starteten die ersten Radler auf die 300km Strecke. Unsere Aufgabe: 4 geführte Touren in verschiedenem Tempo zu begleiten und die über 3000 Teilnehmer gut über die Strecke zu führen. Martin, Heiko, Weiko und Stefan machten mit der 20 km/h Gruppe um 4:40 Uhr den Auftakt, es folgten Lars und Michi um 5:30 gefolgt von Till, Renate, Mike, Tom, Thomas, Thorsten, Marcel und vielen anderen um 6:20 Uhr. Ich selbst war für die Speedgruppe zuständig und startete dementsprechend spät in großen Aufgebot der Firmenteams der AOK und der Deutschen Post um 7:00 Uhr als letzter Startblock auf die Strecke, nachdem ich schon bei den anderen Gruppen bis zum Stadtrand mitgerollt war.

Die ersten 3 Stunden ging es für mich also ordentlich zur Sache und mit den fittesten Sportlern aus den Werksteams ging es nie unter 35km/h über die ersten 125 Kilometer bis zur 3. Labestation im Hafen von Röbel. Dort war bei Pasta und Verpflegung unser Treffpunkt und ab da fuhr ich mit der großen Gruppe um Till und meine Leute in gemütlichem Tempo weiter – das Timing passte also perfekt! Alle 50-60km fanden wir neue Leckereien an den Labestationen und eine herrliche Landschaft vor. Der Schmäh lief in der Gruppe, die immer aus fast 100 Radlern bestand und in der man sich bei 32 km/h Reisegeschwindigkeit sehr gut unterhalten konnte.

An der 4. Labestation teilten wir dann die Gruppen wieder, und jeder konnte selbst seine Gruppe für die 2. Rennhälfte wählen. 30km/h Schnitt mit Lars oder 32km/h mit mir. Meine gecoachten Sportler fühlten sich alle noch fit und rollten bei mir mit – Marcel ließ es sich sogar nicht nehmen, neben mir die Tempoarbeit für eine Zweierreihe zu machen – ein weiterer Grund, warum unsere Gruppe so gut lief und sich die Leute hinten gemütlich unterhalten könnten.

Nach und nach holten wir viele Gruppen und einzelne Radfahrer ein und schleppten sie teilweise sogar noch im Windschatten mit, wer noch so viel Kraft hatte. Darunter auch die Gruppen von Lars & Michi und jene von Martin – das Timing war wirklich voll aufgegangen! Die Leute, die sich aus unserer Gruppe zurück fallen ließen, konnten nach wenigen Minuten bei Till oder Lars einsteigen und somit noch etwas gemütlicher das Ziel erreichen. Wenn wir das vorab versucht hätten so zu planen, wäre es sicher nicht so gut aufgegangen! 😉

Nach der Letzten Labestation auf den letzten 40km wurde es noch einmal recht wellig und winkelig und wir nahmen bergauf deutlich Tempo heraus, auch um unseren Schnitt noch Richtung 32km/h nach unten zu korrigieren. So wuchs unsere Gruppe bis ins Ziel wieder etwas und wir hatten richtig viel Spaß mit den vielen entspannten Sportskollegen mit denen wir den Endorfin-Schub in Zielnähe gemeinsam erleben durften.

Den herrlichen Sommertag ließen wir dann im Ziel gebührend ausklingen und Revue passieren. Alle waren super happy über die tolle Veranstaltung und den landschaftlichen Reiz dieser wunderschönen Strecke. Auch die Atmosphäre mit den vielen unterschiedlichen Sportlern ist einzigartig! Vom absoluten Gelegenheitsradler mit Gepäcksträgern und Rucksack bis zum ambitionierten Hobbysportler, von Kindern bis zu Damen (MSR90 Strecke) sind hier alle Radbegeisterten bestens versorgt und betreut. Nach willkommener Dusche und gemeinsamen Abendessen ging es dann aber auch bald in die Federn, um am Sonntag ausgeruht die Heimreise anzutreten.

Für mich und meine betreuten Sportler war die MSR mit 300 Kilometern nach den ersten gemeinsamen Trainingslagern nun die erste Standortbestimmung fast unter Wettkampfbedingungen und vor allem schon ein Test für Taktik, Pacing, Ernährung und Bekleidung auf der Langstrecke. Die Watt- und Pulsdaten werden jetzt erst einmal von mir analysiert wird, um das weitere Training entsprechend gestaltet zu können. Bereits nächstes Wochenende steht mit dem Rhön Radmarathon das nächste Großereignis auf dem Kalender – dort sind es dann fast 260km in deutlich kuppierterem Gelände mit einer langen RTF am Tag zuvor. Somit nur eine kurze Verschnaufpause, bevor wir auch am Rhön Marathon wieder viele Bekannte und Freunde treffen und mit ihnen viel Spaß am Rad und in der entspannten Camping-Athmoshäre erleben werden.

Mit den Kollegen von der MSR sind wir in regem Austausch und nach dem bereits erfolgtem Trainingslager in Südtirol sehen wir uns auch in Nauders, der Transalp, Rad am Ring sowie dem Ötztaler Radmarathon wieder und planen schon die Highlights für das Jahr 2018, in dem die Mecklenburger Seenrunde auf jeden Fall wieder fix gesetzt ist, denn nach der MSR ist vor der MSR und mit dem Orga-Team sammeln wir schon Ideen für eine noch bessere MSR mit neuen Ideen und Möglichkeiten! 😉

Wir sehen uns,
Euer MSR Coach Stefan